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Informationen zur Mühle der Gebr. Seppelfricke

Und zum Gebäude des Landhandels in der Grüne

Briefkopf aus der Zeit von 1910-1919

Stand: 31.03.2020

Überblick


Produkte der früheren Mühle

Gemahlen wurde hauptsächlich Roggenschrot Type 1800 (für Schwarzbrot) und ein mittelhelles Weizenmehl Type 1050, für Brot und Gebäck ->Mehltypen. Beliebt war das geschrotene Gerstenfuttermehl. Im Umkreis war hier die einzige Haferquetsch-Anlage (zur besseren Verdauung der Pferde).

Zum Kriegsende ab 1944 war Hochbetrieb, da die Wehrmacht ihr Getreide und ihren Hafer in der Grüner Mühle mahlen ließ (in den bekannten H-VPL-Säcken). Mehlsäcke hatten damals ein Gewicht von 100 kg.


Fuhrpark der früheren Mühle

Anfangs gab es 4 Pferdeboxen im Stall, der heute noch vorhanden ist. Später in den 1920-er Jahren kam ein Opel-Blitz hinzu. Ab den 1930-er Jahren gab es nur noch ein Pferd sowie einen 3 to LKW (Krupp-Diesel, hell-gelb mit grünrotem Firmennamen). Dieser hatte aber besonders bei Kälte Probleme, so dass mit extra angefertigten Petrolöfen vorgeheizt werden musste.


Wasserrad & Wasserkraft der früheren Mühle

Die Wasserkraft wurde schon früh ab Ende der 20-er Jahre durch einen Elektromotor ergänzt, da besonders in den Sommermonaten zu wenig Wasser gestaut werden konnte. Auch heute ist der grüner Bach im Sommer ausgetrocknet oder das wenige Wasser verschwindet im Untergrund.


Die Mühle: Leider wurden bisher keine Bilder vom Betrieb und der Technik im inneren (hinteren) Mühlengebäude gefunden. Hier haben wir Erinnerungsskizzen und weitere Infos zu Mühlen hinterlegt.


Besondere Jahre


1686

Erste Nennung des Namens Speppelfricke im Sitzplan der St. Anna-Kapelle in Verl.


1879

Josef Seppelfricke (+1966) wird am 24.1.1879 in Marienfeld bei Bielefeld als Sohn einer Müllerfamilie geboren. Das Geburtshaus - die Mühle am Stauteich in der heutigen Anlage von Kirche und dem Hotel Klosterpforte steht heute noch.


1898

Josef und August Seppelfricke pachten den Getreide- und Mehlhandel Wilke (danach Aug. Röttgers) in der Untergrüne.


1902

Die Brüder kaufen ein Fachwerkhaus am Grüner Teich (angelegt 1846) von A. Lüdtke (Kaufmannswitwe, Herne). Diese alte Mühle, errichtet um 1750, eine ‘Rolle’ zum Metallschleifen, und zuletzt im Betrieb von Michels & Breucker, bauen sie zu einer Getreidemühle um.


1907

Die Gebrüder Seppelfricke errichten ein repräsentatives Wohngebäude im Jugendstil mit 3 Etagen und Keller neben der Mühle. Im Erdgeschoss im Eckraum rechts vom Eingang ist für einige Jahre eine Abteilung vom Amt Letmathe/Oestrich (ab 1907) oder vom Amt Oestrich (ab 1921) untergebracht. Im Hof wird ein Stallgebäude

für 4 Pferde errichtet.


1915-1918

Die Brüder Josef und August Seppelfricke müssen kriegsbedingt nach Russland. Ein Verwalter, Eilhoff, führt das Geschäft weiter.



1923

im Jahr der Hyperinflation heiratet Josef Seppelfricke Maria Wilhalm,

die Tochter des Bäckermeisters Peter Wilhalm aus Harsewinkel.





1930

Ein (neues) Mühlrad wird eingebaut. Es stammt von der Stemmschen Rolle, ca. 400 m aufwärts im Grüner Tal.

Das Rad wird über die Untergrünerstraße bis zum Einbauort gerollt.


1934

Es wird versucht, das Gelände des Mühlteichs und weitere Flächen zu erwerben.


1940

Ein schwerer Unfall auf der Fahrt an der Lenne führt zum Tod des Miteigentümers August Seppelfricke und zwei weiterer Mitfahrer. Bei starkem Regen und schlechter Sicht, die Scheinwerfer waren größtenteils kriegsbedingt verdeckt, kam der LKW von der Straße ab, die teilweise schon von der Lenne überflutet war.


Der Mühlteich wird zugeschüttet und in eine Grünanlage umgewandelt. Der Wasserzufluß (vom Bach in der Nähe der Kirche über den ehemaligen Teich zum Mühlrad (Obergraben) wird nun durch Rohre geleitet.


1945

Liquidation der Firma Gebr. Seppelfricke.


1946 - 1949

Die vordere Hälfte der alten Fachwerkmühle (Lagerraum) soll durch einen stabilen Neubau mit 4 Etagen ersetzt werden. Die Fertigstellung verzögerte sich bis Ende 1948, da zunächst Baustoffe nur für Bestandsbauten genehmigt wurden (Baustoffknappheit).


1959

Josef Seppelfricke wird 80 Jahre alt am 24.1.1959.


1963

Josef Seppelfricke (84 J.) beendet seine Tätigkeit als Kaufmann

im Landhandel nach 65 Arbeitsjahren in der Grüne.


Fa. A. Stadtbäumer aus Münster wird Pächter des Landhandels.

Die hintere Hälfte der alten Fachwerkmühle (Mahlbetrieb mit

Wasserad) wird abgerissen und von Marianne Seppelfrick durch

einen Lager-Neubau ersetzt. Dort wird u.a. eine Kartoffel-

packmaschine in Betrieb genommen.

Bis auf den Schacht des Wasserrades und den Untergraben ist

heute nichts mehr von der Mühle vorhanden.


Der Lagerraum im Dachgeschoss des Haupthauses wird z.T. In

eine Wohnung umgebaut.


1966

Josef Seppelfricke stirbt mit 87 Jahren.


1973

Bernhard Leusmann, ehemals Angestellter bei Fa. Stadtbäumer übernimmt den Betrieb im Januar und wird nun selbstständig.


1998

Th. Schwering aus Sümmern übernimmt den Landhandel von Bernhard Leusmann.


In Haus Letmathe wird eine Mühlenabteilung im Heimatmuseum eingerichtet, die auch Bilder und Exponate der Grüner Mühle enthält.


2006

PCMOLD GmbH zieht in das OG im Haupthaus ein.


2007

Die neue Halle bzw. Remise (15x10 Meter) ersetzt die durch Kyrill 2005 baufällige alte Remise (10x5 Meter). Diverse Erneuerungen, wie der Austausch der Fenster, ein neues Dach auf dem Lageranbau, neue Treppen und Schutzvorrichtungen, sowie der seitliche Garagenneubau wurden in den Jahren ab 2005 auf dem Gelände durchgeführt.


2020

PCMOLD GmbH bietet Seminar- und Büroräume zur Untervermietung

in den oberen Etagen des Haupthauses an. Bei entsprechendem

Bedarf soll das Angebot weiter ausgebaut werden.

Geplant ist auch die Befestigung und Profiländerung des hinteren

Platzes, verbunden mit neuen Parkplätzen auf dem Gelände.

1923 1923

Ausgebautes Mühlrad mit Josef Seppelfricke (84 J.) auf dem Rad und Marianne Seppelfricke davor.

1963-1 :  Abbruch der alten Mühle